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18.01.2019  
Wie lässt sich eine Fahrzeugfabrik „importieren“
Bulgarien beherrscht es noch nicht, den großen Anlegern Hof zu machen, deshalb werden die großen Projekte anderswo realisiert
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Georgi Angelov*
Anfang Dezember v. J. hat die Regierung Rumäniens dem Autohersteller Dacia (Teil der französischen Renault-Gruppe) 25 Mio. Euro gewährt. Durch diese Mittel unterstützte die rumänische Regierung einen großen Investitionsplan des Unternehmens, dessen Ziel es ist, die Produktion von Autos auf über 400 000 Autos jährlich zu erhöhen. Noch einige Unternehmen aus der Automobilbranche erhielten eine Unterstützung von insgesamt 77 Mio. Euro. Der gesamte Wirtschaftseffekt von ihren Investitionen betrug über eine Mrd. Euro, einschl. über 400 Mio. Euro zusätzlicher Steuereinkommen und neuer Arbeitsplätze. Es stellt sich die Frage, warum Rumänien den Autoherstellern solche Mittel gewährte? Es stellte sich heraus, dass das keine Ausnahme, sondern eine weit verbreitete Praxis ist.
Eines der kleinen „schmutzigen“ Geheimnisse der Automobilbranche ist, dass Werke vor allem in Ländern und Regionen aufgebaut werden, wo die Autohersteller finanzielle Unterstützung erhalten. Diesen Ländern, die sich der Vorgehensweise der Automobilbranche bewusst sind, gelingt es, Werke für sich zu gewinnen. Die restlichen Länder – wie Bulgarien – haben keine Ahnung, wie es geht, und können nicht verstehen, warum die Autohersteller einen Bogen um sie machen. Die amerikanische Gesellschaft für Elektroautos Tesla war vor ca. fünf Jahren auf der Suche nach einem Standort für die Errichtung ihrer „Gigafactory“. Es gab einige US-Staaten, die sich um die Investition bewarben. Tesla wählte Nevada aus. Warum? Weil der Staat Nevada ihr kostenlos eine große Parzelle in der Wüste gab, Straßen und Infrastruktur aufbaute und Steuerbegünstigungen in Höhe von über 1.3 Mrd. US-Dollar bis zum Jahr 2024 gewährte. Bisher investierte Tesla zusammen mit ihrem Partner Panasonic in die sog. Gigafactory in der Nähe der Stadt Reno insgesamt sechs Mrd. US-Dollar und stellte 7000 Menschen ein. Und das ist erst der Anfang, weil die Fabrik weiter erweitert wird. Neben diesen Investitionen nahmen auch die Steuereinnahmen zu, die die Begünstigungen, die dem Unternehmen Tesla vorläufig gewährt wurden, weit übersteigen. Hinzu kam die wirtschaftliche Wiederbelebung der gesamten Region dank Tesla. Es wurden immer mehr Investitionen, Geschäfte und Menschen angezogen und es entstand ein neues Industriezentrum.

*Georgi Angelov, Seniorwirtschaftler, Institut „Otvoreno obshtestvo“

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