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Politik

02.11.2011
Wahlen 2011: Drei schockierende Geschichten
Svetla Vasileva
http://chara.blog.bg


Wenn wir denken, die Situation könnte nicht schlimmer werden,  als sie schon ist oder als wir uns vorstellen können, haben wir zumeist etwas nicht in Betracht gezogen oder unterschätzt. Und dieses Etwas drängt sich uns dann plötzlich vor die Augen, um uns endgültig zu entmutigen und jeder Motivation zu berauben oder einfach nur um eine der signifikanten Regeln von Murphys Gesetz zu betätigen.
Jede der drei nachfolgenden Geschichten ist, für sich allein genommen, der Rolle jenes Tropfens würdig, der das Glas zum Überlaufen bringt, denn in dem Moment, da dies passiert, löst sich der Optimismus in der Realität auf, Begeisterung und Enthusiasmus gehen im Pragmatismus des resignierten Alltags unter, und der Hoffnungsblitz schmilzt zusammen zu einem winzigen Stückchen schwelende Glut.
Diese drei Geschichten sind keine Erdichtung. Die Menschen sind authentisch, die Ortschaften existieren real und sind nur 60 Kilometer von der Hauptstadt des auf seine EU-Mitgliedschaft stolzen Bulgarien entfernt.
Diese Vorkommnisse, die sich vor dem Tag der Wahlen, dem 23. Oktober, ereigenten, erklären die nachfolgenden Ereignisse und werfen Fragen auf, deren Antworten wohl kaum jemandem gefallen dürften.
Ich habe aufgezeichnet, was ich als Mitarbeiterin einer oppositionellen Zeitung und als Mitglied der Vereinigung zur Förderung bürgerlicher Aktivitäten erfahren habe.

„Die Menschen hassen sie, aber sie werden trotzdem für sie stimmen“

Es ist Anfang August. In einem Dorf in der Gemeinde Pravets, wo Bürgermeisterwahlen anstehen, kommentiert meine Gesprächspartnerin, eine aufgeschlossene, redselige und sympathische Frau mittleren Alters, die alles über jeden weiß, die Wahlkandidaten. Sie hat in der Vergangenheit an zwei Wahlkampagnen teilgenommen, als Organisatorin und als Kandidatin für den Bürgermeisterposten. Die Erfahrungen, die sie dabei gesammelt hat, und ihre anschließend getroffene Entscheidung, sich nie wieder mit derartigem „Unsinn“ zu befassen, lassen mich vermuten, dass ich ihrer Einschätzung über die gegenwärtige Situation trauen kann, weil sie objektiv und hinreichend distanziert erscheint. Die Frau zählt die Namen der lokalen Kandidaten für den Ruhm auf und fasst in wenigen Sätzen die wichtigsten Momente aus dem Lebenslauf eines jeden von ihnen zusammen. Doch meiner mehrmals gestellten Frage, wer denn eigentlich der Favorit sei, entweicht sie jedesmal. Ich frage noch einmal nach ihrer Prognose: Für wen werden die 500 Einwohner des Dorfes stimmen? Es stellt sich heraus, dass die Sekretärin der Gemeindeverwaltung, die GERB-Mitglied ist, die größten Chancen hat, zur Bürgermeisterin gewählt zu werden. Warum, frage ich. Wodurch unterscheidet sich diese Kandidatin von den anderen? „Durch nichts. Die Menschen hassen sie, aber sie werden trotzdem für sie stimmen.“ Dieser Satz bleibt mir lange im Kopf hängen. Ich versuche, Argumente für ein derartiges Verhalten zu finden, aber es gelingt mir nicht. Für Absurditäten gibt es bekanntlich keine vernünftige Erklärung.

„Das ist alles richtig, was Sie sagen, wir wissen das auch, aber wir haben Angst“

Ende September. In einem kleinen Dorf, das zur Gemeinde Pravets gehört und in dem es etwas mehr als 100 wahlberechtigte Bürger gibt, werde ich von zwei älteren Damen angesprochen, die sehr adrett, nach städtischer Manier gekleidet sind. Die eine von ihnen trägt um den Hals eine Perlenimitatkette. Nachdem wir ein paar banale Phrasen ausgetauscht haben, kommen wir auf die Situation in der Gemeinde zu sprechen. Wir reden auch über die Enthüllungen, die in der Zeitung erschienen sind, für die ich arbeite.

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